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5 Gründe, warum Ihre Frau nicht mit Ihnen schläft!

Geschrieben von Dominik Borde | 08 Dez

Im Paarcoaching und meiner Arbeit mit Männern und Frauen, die sexuell unzufrieden sind, finden sich sehr häufig deckungsgleiche Muster wieder, die dazu führen, dass die Lust mit der Zeit einschläft und stattdessen Frust im Schlafzimmer einzieht. In diesem Artikel erfahren Sie die 5 Hauptgründe dafür, warum sich Frauen im Schlafzimmer lieber schlafend stellen, anstatt mit dem Partner zu schlafen und Sie erfahren, was Sie als Mann dagegen tun können.

Aus meiner beruflichen Praxis kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen: Eine Beziehung, in der Sex zum Problem geworden und ein häufiger Anlass für Streit und Kummer ist, wird ohne echte Veränderungen kaum einen glücklichen gemeinsamen Wege finden und auf Dauer schließlich scheitern.

Sex ist uns Männern sehr wichtig, daran besteht kein Zweifel. Männer definieren sich häufig darüber wie, mit wem, wo und wie oft sie Sex haben, lieben das Gefühl sexuell anziehend zu wirken bzw. von weiblicher Seite begehrt zu werden.

Ein fataler Irrtum, dem unsere Gesellschaft viel zu häufig unterliegt, ist zu denken, dass uns Männern der Sex wichtiger sei als den Frauen!

Ob Mann es nun glauben will oder nicht, Frauen lieben Sex, empfinden genauso intensive Begierden wie Männer und sind im Vergleich sogar MEHR am eigenen Lustgewinn interessiert als ihre männlichen Partner.

In Anbetracht dessen, dass viele Männer zu wenig Leidenschaft in Ihrer Beziehung verspüren und eine scheinbar lustlose und sexuell zurückgezogene Partnerin vorfinden, lässt glauben, dass die These: "Männer wollen nur Sex und Frauen träumen bloß von der Liebe!", richtig sein muss. Doch glauben Sie mir, in jeder Frau steckt eine grandiose Liebhaberin, die nur darauf wartet angeregt, herausgefordert und leidenschaftlich geliebt zu werden. Woher kommt es also, dass Frauen in ihrem Kern eine starke sexuelle Kraft spüren und sich dennoch ihrem Partner sexuell entziehen?

Hier findest du das Video zu diesem Thema:

Die 5 Hauptgründe warum SIE keine Lust hat

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Häufigkeit, Dauer oder Regelmäßigkeit, mit der Sie Sex haben, individuelle Parameter jedes einzelnen Pärchens sind und keinesfalls anhand gesellschaftlicher Normen gemessen werden sollten. Dennoch spüren und wissen Männer wie Frauen in Ihrem Innersten, wenn sexuell etwas nicht stimmig ist, meistens deshalb, weil sie ihre jetzige Situation mit früheren sexuell erfüllenden Zeiten vergleichen.

Konkretes Fallbeispiel aus einem Klientengespräch

Thomas, 37, und Heike, 35 (Namen geändert), sitzen bei mir auf der Couch. Die beiden sind rein optisch ein ansprechendes Paar, doch ihr Umgang miteinander lässt mich er schaudern. Sie sind kalt und hart zueinander und feinden sich permanent an. Die beiden haben zwei kleine Kinder und während Thomas immer mehr arbeitet, fühlt sich Heike mit dem Nachwuchs allein gelassen und ist überfordert mit der Gesamtsituation. Heike will schon seit einer Weile keinen Sex mehr mit Thomas, worauf dieser, über eine längere Zeit hinweg, eine Beziehung zu einer anderen Frau hatte. Heike ist schrecklich gekränkt, es entstand folgender Teufelskreis:

Sie sagt: „Weil du fremd gehst, habe ich kein Vertrauen und keine Lust mehr auf dich. Du arbeitest nur und bist regelrecht sexsüchtig.“

Er sagt: „Weil du dich mir verschließt, suche ich die Nähe zu anderen. Du bist frigide und lustfeindlich!“

Wie kann ein Paar aus einem so negativen Muster ausbrechen?

Ich muss ehrlich gestehen, als ich die beiden so miteinander sah, hatte ich große Mühe, sie sympathisch zu finden, dies gelang mir erst, als ich begann, ihre Lebenssituationen näher zu beleuchten und schließlich zu verstehen.

1. Grund - Mangelndes Verstehen

Beide führen nicht das Leben, das sie sich ursprünglich vorgestellt und das sie geplant hatten. Thomas arbeitet zu viel, er kämpft darum, in der Arbeitswelt vorwärts zu kommen und sucht Nähe und Ausgleich im Sex mit Heike. Heike wiederum ist den ganzen Tag mit den zwei Kindern beschäftigt. Am Ende eines Tages, nach Hausarbeit und Babytalk, ist sie matt und ausgelaugt. Hinzu kommt, dass sie sich ausgenützt fühlt, weil Thomas in der Arbeitswelt viel unterwegs ist und Karriere macht, während ihr daheim die Decke auf den Kopf fällt.

Meine Intervention beginnt folgendermaßen:

Ich spreche mit jeweils einem der beiden, auch im Beisein des anderen: Ich spreche nur mit Heike über ihre Situation, Thomas muss geduldig zuhören. Anschließend spreche ich mit Thomas über seine Situation und Heike muss zuhören. Das erste Mal seit langer Zeit hören die beiden einander zu, ohne dass sie sich dabei feindlich ins Wort fallen! Es entsteht etwas, das beide zum Weinen bringt: Sie begreifen und verstehen! Im gegenseitigen Verstehen der Situation des jeweils anderen nimmt die Aggression sofort deutlich ab, die beiden sehen, dass sie es nicht mit dem Feind, sondern mit einem verletzten Menschen zu tun haben.

Auch ich verstehe jetzt die Lebenssituation der beiden besser und beginne sie sympathisch zu finden. Das löst natürlich noch längst nicht alle ihre Alltagsprobleme, doch es ist ein ganz wesentlicher Schritt in die richtige Richtung und die Basis jeder weiteren Beziehung: Das VERSTEHEN! Dieser Schritt ist häufig nur mit professioneller Hilfe möglich, denn zu verstrickt sind oftmals die Ängste und Bedürfnisse. Daher rate ich jedem Paar, das derartige Probleme hat und sich in Endlosdiskussionen im Kreis dreht, einen professionellen Paarberater zu konsultieren. Ein in Krisen geschulter allparteilicher Dritter kann genau diesen Schritt einleiten und mit dem Paar Lösungen aus der Krise finden.

Aus gewohnten Mustern auszubrechen wird leichter, wenn von außen eine neue Perspektive dazukommt. Vergleichen Sie es mit einem Kriegsschauplatz, den Sie von oben beobachten können. Für die Akteure, die gerade in kriegerischen Handlungen verwickelt sind, ist es nahezu unmöglich, die kampffreien Zonen und etwaige Fluchtwege zu sehen. Vom Hubschrauber aus wird die Lage übersichtlicher und die Lösung klarer. Nehmen Sie also Hilfe in Anspruch und setzen Sie dem Psychoterror, dem sie sich beide aussetzen, ein Ende.

2. Grund - Druck, ein Lustkiller

Wenn Ihre Partnerin unter sexuellem Leistungsdruck steht und sich zur intimen Nähe gedrängt fühlt, passiert genau das, was Heike im Zusammenhang mit Thomas empfindet: Sie zieht sich zurück und hat keine Lust mehr. Nichts zerstört die Lust mehr, als Lust haben zu MÜSSEN.

Für Thomas bedeutet ihr Rückzug und die Verweigerung körperlicher Liebe eine Bedrohung seiner Rolle als Mann an ihrer Seite. Er fühlt sich ungewollt, unverstanden und ungeliebt von der Frau, die er einst so begehrt hat und ihm damit das Gefühl gab, etwas ganz besonderes zu sein. Aus Verzweiflung, für die Liebe seines Lebens unbedeutend und damit austauschbar geworden zu sein, hat er sich schließlich eine andere Sexpartnerin gesucht, die ihn als Mann annimmt und bestätigt.

An dieser Stelle möchte ich etwas sehr Wichtiges anbringen, das jeder Mann im Zusammensein mit einer Frau wissen sollte:

Männer haben Sex, um sich zu entspannen. Frauen müssen entspannt sein, um lustvoll Sex haben zu können! Darin besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen den Geschlechtern und genau deswegen ist Druck der Sexkiller Nummer eins in jeder Beziehung!

Wenn Sie Ihre Frau ständig drängen mit Ihnen zu schlafen, erzeugt das Frust auf beiden Seiten, aber niemals Lust!

Stoppen Sie bewusst!

Ein weiterer negativer Aspekt, der dazu führt, dass Frauen häufig beginnen, sich ungeliebt zu fühlen, ist der, dass sie denken, dass Sex für ihren Partner wichtiger ist als sie als Person. Der Gedanke: „Sex ist ihm wichtiger als ich“, wird schließlich zur Gewohnheit und treibt die "Negativspirale" unnötig weiter voran.

Ziehen Sie die Notbremse, noch bevor die Liebe und Leidenschaft in ihrem Leben gegen die Wand fährt! Schaffen Sie Möglichkeiten zur Entspannung OHNE Sex, nicht erst dann, wenn Sie müssen, weil Sie beim Paartherapeuten sitzen, sondern schon vorher!

Wege und Anregungen zu einem erfüllten Sexleben!

Verwöhnen Sie die Frau, die Sie lieben, öfter Mal mit Berührungen, Massagen und zärtlichen Liebkosungen - ohne mit ihr schlafen zu wollen! Nehmen Sie sich Zeit für sie, ohne ihr das Gefühl zu vermitteln, Sie machen es nur, weil Sie Sex wollen. Flirten Sie wieder mit ihr, sehen Sie bewusst das Mädchen in ihr, das Sie einst kennengelernt und in das Sie sich verliebt haben. Spüren Sie den Menschen und genießen Sie es, mit ihr Zeit zu verbringen, auch wenn kein Sex im Spiel ist. Seien Sie geduldig und warten Sie ab, bis Ihre Partnerin auf Sie zukommt. Auch Frauen wollen gerne ihren Partner verführe, nicht ausschließlich die passive Rolle übernehmen. Geben Sie Ihr dafür bewusst Gelegenheit.

3. Grund - Mangelnder Selbstwert

Selbstwertprobleme bei ihm

Ein Mann, der mit sich selbst ständig unzufrieden ist und sich schwach fühlt, weil er beispielsweise im beruflichen Kontext Schwierigkeiten hat, ein Mann der sich daheim mehr und mehr gehen lässt und sich bedürftig in der Beziehung fühlt, wirkt für seine Partnerin auf Dauer nicht attraktiv. Keine Frau will mit einem bedürftigen Mann schlafen, um sein verletztes Ego zu heilen. Sex darf nicht zu einer permanenten Bestätigung benutzt werden, im Sinne von: „Nur wenn sie mit mir fünf Mal pro Woche schläft, bin ich ein ganzer Mann.“ Im Fall von Thomas und Heike kam noch hinzu, dass Thomas sich, wie viele Männer, nur im Zusammenhang mit Frauen und Sex wie ein „ganzer Mann“ fühlen konnte. Von seinem eigenen Vater wurde er immer als Verlierer angesehen, das erste Mal männliche Kraft erfuhr er damals erst durch im Kennenlernen seiner Ehefrau Heike.

Erst ihre Liebe machte ihn zum Mann! Ein Mann kann sich aber auch ohne die sexuelle Bestätigung einer Frau fühlen wie ein Mann. Diese Unabhängigkeit macht ihn wiederum besonders attraktiv für seine Partnerin.

Selbstwertprobleme bei ihr

Eine Frau, die sich in ihrem Körper nicht wohlfühlt, wird immer Probleme haben, sich sexuell zu öffnen. Die permanente Selbstkritik, der sich Frauen häufig aussetzen, führt meist zu einem niedrigeren Selbstbewusstsein. Abgesehen davon, dass auch Ihre Partnerin an sich arbeiten muss, fragt sich, was Sie als Mann in diesem Fall für ihre Frau tun können: Verwehren Sie sich entschieden gegen ihr Verhalten, indem Sie Ihrer Partnerin mit Bestimmtheit sagen, was Sie denken.

Zum Beispiel: „Es verletzt mich, wie du selbst über dich denkst und sprichst, ich möchte, dass du damit aufhörst. Für mich bist du begehrenswert und wunderbar. Du untergräbst meinen Geschmack, wenn du das ständig anders siehst - das kränkt mich. Nimm bitte professionelle Hilfe an, damit auch du endlich wieder sehen kannst, wie bezaubernd du bist!“

Das klingt vielleicht etwas hart, aber je mehr Raum Sie einer Frau bieten, sich selbst mit Dreck zu bewerfen, um so eher wird sie darauf eingehen. Jeder hat einmal einen schlechten Tag und darf sich selbst bemitleiden, das ist völlig normal.

Wenn das Ganze jedoch über ein erträgliches Maß hinausgeht, ist es ratsam, sich dagegen zu verwehren und die Selbstbeschmutzung rechtzeitig zu beenden. Männer fühlen sich zu selbstbewussten Frauen hingezogen.

4. Grund - Langweiliger Sex

Obwohl es erfahrungsgemäß nicht am Sex per se scheitert, dass Pärchen keinen Sex mehr haben, kann auch der Sex ein Grund für weniger Sex sein. Im Normalfall sind es der Alltag, Missverständnisse, wenig Vertrauen etc., die für sexuelle Probleme sorgen.

Manchmal aber kommt es vor, dass der Sex eintönig wird oder die Partnerin sich „mehr“ erwartet. Eine Beziehung, und damit auch der Sex, werden von allein schlechter! Das ist so. Wer also glaubt, dass alles von alleine läuft, irrt! Eine Beziehung wird entweder besser oder beendet. Das bedeutet, dass auch die sexuelle Ebene einer Beziehung immer wieder neu belebt gehört.

Wie sie das anstellen, bleibt den Paaren selbst überlassen. Manchen reicht einfach mehr gemeinsame Zeit, andere wiederum brauchen mehr oder weniger ausgefallene Spielzeuge...

Punkt ist: Frauen wollen, dass Männer sich mit Sex auch spielerisch beschäftigen und sich immer wieder etwas einfallen lassen, um sie zu überraschen und neu zu erobern. Das Routineprogramm wird auf die Dauer fad und führt zu sexuellem Desinteresse.

Ein gemeinsamer Spaziergang durch den Sexshop, ein neuer Ort, z.B. der Küchentisch anstelle des Betts, reizvolle Unterwäsche oder auch das Dekorieren des Schlafzimmers können große Wirkung erzeugen! Wenn Ihre Frau das Gefühl hat, sie ziehen ihr Ding - wie gewohnt - durch und geben sich keine Mühe mehr, schwindet ihre Lust. Bewegen Sie also Ihre Hintern wieder mehr, meine Herren, wenn Sie wollen, dass Ihre Partnerin, vor lauter Lust auf Sie, dahinschmilzt.

5. Grund - Zu kleiner sexueller Nenner

Im Laufe der Jahre verändern sich die sexuellen Bedürfnisse der Partner. Was früher besonders prickelnd war, ist heute langweilig - oder umgekehrt. Wichtig ist es, im Austausch mit der Partnerin zu sein. Fragen Sie sie, was sie sich wünscht, welche Fantasien sie hat und wagen Sie neue Abenteuer. Eine Erfahrung aus dem Paarcoaching und der Paartherapie ist, dass alleine der Austausch und das darüber Sprechen für die meisten Frauen sehr befriedigend ist. Sie müssen nicht alles mitmachen, was Ihre Partnerin prickelnd findet, der Umstand alleine, dass sie mit Ihnen frei darüber reden kann, lässt sie geliebt und angenommen fühlen und ist Befriedigung genug.

Die meisten Männer aber fühlen sich unsicher und kritisiert, wenn die Partnerin neue sexuelle Ideen einbringt. Er fragt sich dann: „Soll das heißen bis jetzt war es nicht gut genug?“ Frauen entwickeln sich gerne weiter, scheuen die ewig gleiche Routine und haben einen spielerischen Umgang mit Sex. Zum Problem wird dies nur, wenn Sie als Mann damit unsicher umgehen und Ihrer Partnerin suggerieren: „So wie du bist und wie du Sex haben willst, ist das nicht gut.“

Zusammenfassung

In jeder Frau steckt eine leidenschaftliche und überaus begabte Sexgöttin, die nur darauf wartet, entfesselt und geliebt zu werden. Dem Mann, der präsent genug ist, sich auf ihr wunderbares Wesen einzulassen, dem Mann, der niemals müde wird, neue Wege zu finden ihr Lust zu bereiten, schenkt sie garantiert den Himmel auf Erden. Frohes Schaffen meine Herren!

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