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Interview Gerald Hörhan - Warum Geld & Liebe oft nicht zusammenkommen

Geschrieben von Dominik Borde | 14 Mär

Gerald Hörhan über Liebe, Geld und warum Reiche oft arm sind. Beziehungsexperte und Paarcoach Dominik Borde stellt Fragen.

DOMINIK: Hallo, herzlich Willkommen. Ich habe heute einen ganz besonderen Leckerbissen für euch. Ich bin heute da mit Gerald Hörhan, bekannt als der Investmentpunk, ein Finanzgenie, Bestsellerautor, usw., ganz viele Dinge. Aber ich würde sagen, Gerald du stellst dich am besten selber vor. Wir kennen uns ja schon einige Zeit, jetzt machen wir endlich etwas gemeinsam. Erzähl mal ein bisschen was du machst.

GERALD: Also Hallo Leute, wie gesagt die meisten von euch kennen mich unter dem Namen Investmentpunk, ich heiße eigentlich Gerald Hörhan. Investmentpunk deswegen, weil mein erstes Buch geheißen hat. „Investmentpunk – Warum ihr schuftet und wir reich werden“, das hat sich auch sehr gut verkauft. Ich bin eigentlich gelernter Investmentbanker, was ich in den USA in Harvard und dann bei JP Morgan gelernt habe. Bin noch immer Investmentbanker, vor allem im Real Estate Bereich, also ich beschaffe für Immobilieninvestoren vor allem Geld, und manchmal Standorte und strukturiere komplexe Finanztransaktionen. Ich sammle auch Immobilien, also ich bin ein Immobilieninvestor vor allem in Deutschland, habe über 200 Wohneinheiten in Frankfurt, Stuttgart, Wiesbaden, Offenbach, Hannover und in Wien. Und wenn sich etwas Gutes ergibt, kaufe ich noch immer dazu, trotz der hohen Preise. Manchmal liegen die Dinge immer noch relativ günstig, und ich bin seit vier Jahren auch online Unternehmer. Bin Gründer und CEO der Investmentpunk Akademie, das ist die führende deutschsprachige online Finanzausbildungsplattform. Wir lehren in Videokursen, Seminaren, Livechats und interaktiven Lernformaten, Dinge wie „Wie kaufe ich eine Wohnung?“ „Wie strukturiere ich Holdings?“, „Wie funktionieren Holding- und Steuerstrukturen?“, „Wie lese ich eine Bilanz?“, „Wie baue ich ein Onlinegeschäft auf?“, „Wie funktioniert Onlinemarketing und intellectual Property?“, „Wie funktioniert Blockchaintechnologie und Kryptowährung?“. All das, das ist eine angewandte Wirtschaftsausbildung.

DOMINIK: Man könnte zusammengefasst sagen, du kennst dich sehr gut mit Geld aus.

GERALD: Ja, damit habe viel zu tun und jetzt lehren wir das Ganze vor allem auch die digitalen Fähigkeiten, eben nicht nur in nichtakademischen Programmen, sondern auch akademischen Programmen, machen jetzt mit dem MCI Management Center in Innsbruck, eine renommierte Fachhochschule und Universität. Bieten wir MBA und MSC Programme zum Thema digitale Ökonomien an.

DOMINIK: Wow

GERALD: Also mit Geld habe ich immer viel zu tun gehabt und immer ein gutes Händchen gehabt,
privat weniger, aber Geld, das habe ich immer geliebt.

DOMINIK: Mein Thema sind ja eher die privaten Beziehungen, aber da ist es ja auch häu g ein Problem, das liebe Geld. Also ich glaube es gibt kaum ein Thema, wo so viel gestritten wird wie über das Thema Geld und zu wenig Geld haben. Jetzt, was mache ich zum Beispiel grundsätzlich, was sind so die größten Fehler eines Haushaltes, also wenn ich jetzt ein durchschnittliches Gehalt verdiene, weil ja nicht jeder gleich schachert mit Immobilien und ist so erfolgreich damit wie du. Was würdest du sagen, so Silver Bullet, was ist der wichtigste Tipp für einen Haushalt um eben nicht permanent über Geld zu streiten außer, dass man es halt ausreichend hat, nicht?

GERALD: Ja ich meine, ich de niere ja in meinen Büchern die sechs Finanzirrtümer der Mittelschicht. Das ist so die Basislehre, das 1x1, die Basics. Das eine ist nun mal ein Eigenheim auf Schulden in der Pampa. Wer das macht, versklavt sich für 30-40 Jahre, schafft sich viel Arbeit, im Stau stehen, viel Streiterei in der Familie, wenn das Geld knapp ist, die Bank will bedient werden, die Kreditraten, das Haus will geputzt werden und erhalten werden. Da ist man einfach “plämpläm”. Auch wenn ich Immobilien sammle, wie andere Briefmarken, ich lebe immer noch zur Miete und da wird sich auch nichts daran ändern. Ich lebe zentral, weil es ist besser man geht zur Arbeit zu Fuß, selbst wenn man dann kleiner lebt als man in den Dingen - irgendwo in der Pampa und kann sich jeden Tag in den Stau stellen.
Finanzirrtum Nr. 2, jegliche Art von Konsumschulden. Ein Auto auf Schulden zu kaufen ist, wie gesagt, wie Drogen nehmen. Da muss mir jemand ins Hirn geschissen haben. Jegliche andere Art von Urlauben, IT-Geräten und ähnliches auf Schulden kaufen, ist noch dümmer. Wer Konsumschulden macht, ist wirklich ein Volltrottel. Das ist Finanzirrtum Nr. 2, was alle Leute machen: wiederum Zinsen zahlen, Raten zahlen, abhängig sein, das Gegenteil von Freiheit. Das Dritte ist, investieren ohne eine Ahnung zu haben. Die meisten Leute beschäftigen sich zwar mit der Einrichtung und ihrer Wohnung und ihres Hauses und mit wunderschönen Dingen und mit Sonderangeboten im Supermarkt und im Outletcenter. Mir ist es vollkommen Wurst, was es im Supermarkt kostet, aber war mir immer Wurst, ich habe mich immer damit beschäftigt mit wesentlichen Dingen. Mit meinen Immobilien, mit meinen Versicherungen, mit meiner Gesundheitsversicherung oder Immobilienversicherung, mit meiner Altersvorsorge. All die Dinge, wo es um die Geldanlage geht, denn wenn du keine Ahnung vom Geldanlegen hast, passiert es dir so, wenn du jemanden aus Äquatorialguinea auf die Skipiste stellst, hinunter fahren lässt, der endet im Friedhof oder im Krankenhaus. Und die meisten Leute investieren da ihre Zeit vollkommen falsch.

DOMINIK: Man sagt ja immer die reichen Leute investieren eben in Investments und die armen Leute kaufen Schulden.

GERALD: Ja, vollkommen richtig. Die ganz armen Leute haben nichts, aber die Mittelklasse schafft sich Schulden. Das sind immer diese Finanzirrtümer, die ich gesagt hab, die meisten Leute haben noch einen Angestelltenjob sicher und ein Unternehmer ist unsicher, wobei beides unsicher ist. Die Leute haben dann auch manchmal noch Scheidungen. Das kostet, macht die Scheidungsanwälte reich. Wenn, sollte man sich eher eine Anwaltskanzlei für Scheidungsrecht anlegen.

DOMINIK: Wollte gerade sagen, Ehevertrag ja oder nein?

GERALD: Aus wirtschaftlicher Sicht kann man nur dringend dazu empfehlen einen Ehevertrag zu machen.

DOMINIK: Beziehungstechnisch ist das schwierig.

GERALD: Ja, vorher alles klar regeln, wie gesagt, ich bin kein Beziehungsexperte. Aus rein wirtschaftlicher Sicht sollte man einen Ehevertrag machen, der mehrere Dinge hat. Nummer eins sollte man sein Vermögen vorab in Firmen haben, dann das voreheliche Vermögen so de nieren, dass die Firmen und Immobilien, die vor der Ehe da waren entsprechend bereits getrennt sind und auch die Wertsteigerung der Firmen bzw. der Immobilien, die bereits das voreheliche Vermögen darstellen, und von der Gütergemeinschaft der Ehe ausgenommen sind. Damit kann man zumindest mal Teile reduzieren. Trotz allem jetzt wiederum aus wirtschaftlicher Sicht das mag das vielleicht sehr hart klingen, nur Tatsache ist, im Scheidungsfall hat man de facto eine unlimited Liability, weil man kann die Hälfte seines Vermögens verlieren, plus Alimente/Unterhaltszahlungen, plus Anwaltskosten. Jetzt im Verhältnis, wenn du ein Kind
hast, Kinder sind was sehr Schönes, ich habe auch einen Sohn. Ich liebe ihn. Aber die Unterhaltszahlungen für ein Kind sind irgendwo umkämpft.

DOMINIK: Bist du verheiratet?

GERALD: Nein und ich werde das auch nicht tun.

DOMINIK: Ok. Also und zwar aus vor allem nanztechnischen Gründen, also, ist es sowas, wo du sagst, das würde ich niemals tun, weil da stelle ich mich in eine Ecke, die möglicherweise...

GERALD: Ich liebe zwei Dinge: ich liebe meine Freiheit .

DOMINIK: Ja

GERALD: Und ich mag kein Risiko für meine Vermögenswerte.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Heirat steht irgendwie diametral dem gegenüber. Aber wie gesagt, ich bin kein Beziehungsexperte, ich habe privat nie die Erfüllung gefunden, die ich in meinen Geschäften gefunden habe, eben auf der Bühne und auf dem Verhandlungstisch bin ich in meinem Element. Ich liebe meinen Sohn über alles, der war heute wieder bei mir im Büro, aber das ist schon bezeichnend, wenn der eigene Sohn ins Büro Spielen kommt.

DOMINIK: Der lernt halt dann gleich, was er später zu tun hat.

GERALD: Ja, aber so; normalerweise ist es sicherlich, es zeigt wo die Präferenzen sind, wenn der eigene Sohn ins Büro zum Spielen kommt.

DOMINIK: Aber ich glaube es ist wichtig, dass Kinder wissen, dass es notwendig ist,
etwas zu tun für sein Geld, etwas Notwendiges zu tun für die Dinge, die einem Spaß machen und ich glaube, dass es gut ist, wenn Eltern ihren Kindern zeigen, das kommt nicht alles von ungefähr. Jetzt gleich eine Frage dazu: Hältst du deinen Sohn kurz oder gönnst du ihm alles? Was wäre so dein Tipp dazu?

GERALD: Alles gönnen sicher nicht, also ist eh klar. Ich meine, er lebt ja bei der Mutter, die Mutter lebt in Hietzing, ist ein schöner Bezirk...

DOMINIK: Ja nicht so weit.

GERALD: Und ich meine auch kein schlechter Bezirk gerade, aber jetzt in einer normalen Wohnung. Also In Hietzing gibt es gute Schulen.

DOMINIK: Klar.

GERALD: Und er soll ja auch eine sehr gute Ausbildung haben, will ich auch Wert darauf legen, aber es ist sicherlich nicht so, dass ich ihn in Luxus aufwachsen lasse. Das ist nur schlecht, ich kenne zu viele rich kids und vor allem super rich kids, die nur Blödsinn mit dem Geld anfangen. Die werden dann auch teilweise unglücklich usw.

DOMINIK: Leute, die alles haben, wie ist denn das eigentlich, warst du – ich meine wir sind ja immer noch in den Finanzfallen – aber warst du hungrig nach Erfolg, das heißt bist du von wo gekommen, wo schon etwas da war?

GERALD: Nein, meine Eltern haben nicht viel gehabt und mir war klar, ich will etwas haben, ganz klar. Mein Vater hat einen VW Golf habt und hat sich immer über die Leute beschwert, die mit den großen Autos den Parkplatz vor der Schule versperrt haben. Ich habe gesagt, ich werde einmal ein großes Firmenauto haben, wo ich den Parkplatz vor der Schule versperren werde und meinen Sohn zur Schule bringen werde. Ich habe ja nicht gewusst, dass ich einen Chauffeur haben werde und, dass das Auto ein Elektroauto ist oder Aston Martin, das habe ich nicht gewusst, aber Tatsache ist, dass mir das damals schon klar war mit 12. Und Tatsache ist auch, dass viele Kinder, die dann auch mit Geld vollgestopft werden, die haben dann keinen Anreiz mehr, auch kein Verständnis, dass man dafür etwas tun muss. Viele werden dann geistig deppert und auch teilweise gerade die super rich kids, die so viel Geld von ihren Eltern bekommen, dass sie wirklich nicht mehr arbeiten müssen, selbst wenn sie verschwenderisch leben. Die machen oft nur Blödsinn: Drogen, herumhuren, Saufen, die sind nicht glücklich. Ich glaube, man wird glücklich, wenn man eine Aufgabe im Leben sucht. Das heißt, dass ich meinen Sohn beibringen kann, dass er sich einerseits eine Aufgabe im Leben sucht, die ihn erfüllt. Das muss jetzt nicht etwas sein, wo man viel Geld verdient. Das muss halt dann mit dem Lifestyle übereinstimmen. Wenn du sagst, ich will karitativ tätig werden, kann halt nicht dein Ziel sein, dass du einen Ferrari fährst. Es kann aber trotzdem erfüllend sein. Und das zweite Thema, was ich ihm beibringen will, ist, dass er ehrlich ist und dass er Handschlagqualität hat, dass er Charakter hat.

DOMINIK: Jetzt habe ich eine Frage gleich dazu: Bist du – ich sag den Leuten um erfolgreich zu sein, ist es notwendig deiner Leidenschaft zu folgen, du solltest etwas tun, was du wirklich gerne tust, weil das tust du normalerweise auch wirklich gut. Ich glaube nicht, dass du in etwas gut sein kannst, was dir keinen Spaß macht, das heißt Finanzen machen dir Spaß?

GERALD: Ja! Wie gesagt, ich liebe mein Geschäft, ich liebe Geld verdienen und Geld investieren. Ich lehre darüber, ja, ich lehre es. Ich sage immer auf der Bühne und am Verhandlungstisch bin ich in meinem Element.

DOMINIK: Ok. Jetzt habe ich noch eine Frage. Wie ist das eigentlich, wenn jetzt jemand nicht viel Geld zur Verfügung hat und ich weiß du hast mit Harvard erfolgreich abgeschlossen, sehr, sehr erfolgreich sogar und gehörst da zu den Besten usw. aber was ist jetzt, wenn jemand ein durchschnittliches Gehalt verdient und es bleibt ihm ein bisschen was übrig. Also ich glaub, wenn jemand nicht sparen kann, wenn jemand von 100€ nicht 10€ weglegen kann, dann kann er auch von 1000€ 100€ usw.

GERALD: Das siehst du ja auch teilweise, ich kenn Leute, die verdienen Millionen im Jahr und die haben trotzdem Schulden...

DOMINIK: Genau, was tue ich? Ich meine klar, mehr Geld verdienen als du ausgibst, aber was tue ich, wenn ich wenig Geld zur Verfügung habe, ja, weil ich meine, was weiß ich, ich bin alleinerziehende Mutter und ich habe im Monat 200€ und das ist eh schon viel, die ich mir weglege- Was kann ich mit denen tun? Gibt es irgendeine Chance, wie ich da zu nanzieller Freiheit komme?

GERALD: Nein. Mit 200€ nicht, du musst mehr verdienen. Also prinzipiell ist es so, je nach Lebensstandard musst du ungefähr rechnen, je nach deinem Investmentgeschick, wirst du etwa das 20-25 fache deiner Jahreskosten benötigst um finanziell frei zu sein und von den Erträgen deines Vermögens leben zu können. Beispielsweise, wenn du Kosten von 30.000€ hast und ein einigermaßen gutes Händchen beim Investieren hast, brauchst du ungefähr 600.000€ Vermögen. Also das geht schon, aber nicht sofort. Und das zweite Thema was halt so der Fall ist bei so etwas, du musst auch schon ein bisschen was verdienen. Ich sage einmal so, wenn du sagst, ich spare mir jedes Jahr 15.000€ an, zahle damit eine 1-Zimmer-Wohnung an, dann habe ich nach 10 Jahren, 10 1-Zimmerwohnungen, nach 20 Jahren ist die Wohnung irgendwann einmal abgezahlt. Dann hat man de facto ein monatliches Einkommen vor Steuer zwar, aber doch zumindest teilin ationsabgesichert von etwa 5.000€

DOMINIK: Und würdest du, also wenn ich jetzt wenig Geld zur Verfügung habe, was soll ich machen? Soll ich Wohnungen kaufen, soll ich schauen, dass ich in den Aktienmarkt investiere, soll ich ein Onlinebusiness starten? Ich meine alle reden von nanzieller Freiheit und wenn du heute ins Internet oder Facebook gehst, wo ja sehr viel Blödsinn drinnen steht. Ich glaube überhaupt soziale Medien machen uns tendenziell dümmer, ja, dort hast du Videospiele und Porno und keine Ahnung, irgendwelche Geschichten, aber selten etwas, was dich weiterbringt, was dich intelligenter macht. Jetzt ich verbringe wenig Zeit mit Facebook außer für mein Business. Ich nehme einmal an, du machst das genauso. Meine Frage ist, was für eine Form des Investments soll ich wählen oder woher weiß ich es überhaupt?

GERALD: Das sind ja ein paar Sachen. Nummer eins, du musst etwas machen, wo du dich auskennst.
Also es ist sicherlich so, es gibt viele Möglichkeiten Geld zu verdienen. Du kannst heute mit Computerspielen Geld verdienen, was besonders gut ist, du kannst mit Teddybären Geld verdienen, genauso wie mit Sneakers. Genauso wie mit Oldtimern und Immobilien oder Kryptowährungen, alles Mögliche, das Wichtigste ist, dass du etwas hast, wo du dich auskennst. Das zweite ist, du brauchst Geld. Also ganz ohne Geld geht es nicht und es ist sicherlich so, dass du heute in der digitalen Ökonomie, also mit Fähigkeiten, dass du dir dein Onlinegeschäft aufbaust, programmieren kannst oder Ähnliches kannst. Dann kannst du in kürzester Zeit mit dem geringsten Kapital den größten Hebel hast derzeit.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Aber du musst schon etwas können und du musst etwas arbeiten dafür. Sagen wir so, du kannst dir das schon erschaffen, es ist heute leichter als früher, nur du musst etwas arbeiten, du brauchst eine gewisse Summe Geld, du brauchst jetzt nicht Unsummen, aber 20-30-40.000€ brauchst du schon um den Eintritt zu gewähren...

DOMINIK: Aber manche Leute kaufen sich um das Geld ein Auto oder zahlen auf Dauer Schulden ab

GERALD: Aber Tatsache ist halt...

DOMINIK: Dann ist das unmöglich. 20.000€ aufzustellen ist rein theoretisch möglich, wenn du sparst,
wenn du dir Zeit lässt, schaffst du das.

GERALD: Dann musst du halt etwas können, du musst dich bilden, was man ja heute in diversen off line, online, in Kursen, Büchern, Videokursen, Ausbildungssystemen machen kann. Wenn man sich bilden will, kann man sich bilden, gibt ja mehr Möglichkeiten dafür. Man muss etwas arbeiten dafür, also durch Nichtstun kommt nichts.

DOMINIK: Working works. Ja, genau.

GERALD: Ich sage ja immer, das habe ich eh einmal gepostet, ein 35-Stunden-Job ist für mich halt ein Teilzeitjob. Vor allem am Anfang deiner Karriere, weilst halt nichts hast, musst die Ärmel hochkrempeln und arbeiten. Wenn ich aber sage, ich habe kein Geld, dann musst halt nicht 35 Stunden arbeiten, sondern 70. Aber wenn du sagst, nein die Freundin und die Wohnung und das, und das, fuck it. Dann bist halt arm, musst halt sagen ich werde buddhistischer Mönch und lege halt das Armutsgelübte ab und dann ist das auch ok. Oder Bergbauer, aber wenn du Geld haben willst, dann musst du vor allem am Anfang deiner Karriere sowohl in deine Ausbildung investieren, in Know-How, Arbeitserfahrung, aber du musst auch was Hackeln, dass du Geld hast. Ohne dem wird es nicht gehen.

DOMINIK: Ich wollte gerade fragen, ich bin jetzt vorhin reingekommen und du hast gesagt, na ja „Machen wir jetzt das Interview, weil ich muss dann noch was arbeiten?“. Ich meine, es ist 8 Uhr am Abend.

GERALD: Noch zeitig, es ist ja noch keine Zeit.

DOMINIK: Ich wollte gerade sagen, wie viele Stunden arbeitet der Investmentpunk?

GERALD: Die Frage ist, was du als Arbeit de nierst? Nummer 1, es ist meine Leidenschaft. Bei mir gehören natürlich auch Dinge dazu, die bei anderen Leuten nicht als Arbeit gesehen werden, auf Social Media posten, weil ich eine starke Onlinemarke habe, die natürlich, wo Social Media-posten die Marke fördert oder auch notwendig ist. Oder auch, ich sage jetzt einmal so, ich kümmere mich um meine Geldangelegenheiten, was andere Leute auch nicht ganz als Arbeit sehen würden, aber bei mir hat das jetzt eine Dimension angenommen, wenn du mehr als 200 Wohnungen hast, dann ist das schon einmal entsprechender Aufwand, wo du dich kümmern musst darüber, das zu überwachen. Also sagen wir einmal so, so klassische Arbeit wo du nur im Büro sitzt usw. nicht so häu g, aber die Zeit, die ich damit verwende, wo du sagst einerseits mit meinen Geschäften und Unternehmen, mit Aufbau meiner Marke, der Vermögensanlage, der Vermögensvermehrung meines Kapitals, mit der persönlichen Weiterbildung, und wenn du all das zusammen rechnest 80-90-100 Stunden in der Woche. Also selbst jetzt am Wochenende war ich an der Côte d ́Azur,

DOMINIK: Das, was ich immer sage.

GERALD: Bin nach Nizza geflogen und trotz all dem Fliegen nach Nizza habe ich die E-Mails beantwortet, schon eine Struktur geschrieben für unser MBA-Programm. In Nizza bin ich gelandet, da habe ich es mir schon gut gehen lassen, habe gegessen wie Gott in Frankreich, aber selbst beim Spaziergehen überlege ich mir halt wieder Strategien wie ich mein Geschäft erweitern kann, wo ich mein Geld investieren kann, irgendwelche coolen Posts für den Markt... Ich bin immer dabei. Bei mir kannst du das schwer trennen, weil es ist Berufung und Leidenschaft zugleich.

DOMINIK: Aber ist es nicht immer so, dass dieses Work-Life-Balance nicht wirklich funktioniert, dass wenn du irgendwo ein Experte auf einem Gebiet bist, also du bist Finanzexperte, ich bin Beziehungsexperte, dass dich das eben auch begleitet in der Früh beim Aufstehen, beim Schlafengehen, dass du eben eine permanente Frage im Kopf hast.

GERALD: Natürlich, ich meine es sind zwei Sachen, Nummer 1, wenn du jetzt Unternehmer bist oder in einer Führungsposition, in welchem Bereich auch immer, auch wenn du jetzt beispielsweise Pfarrer mit Leidenschaft bist, ja, wirst du auch die Zeit damit verwenden müssen deine Online-Marke aufzubauen, dir zu überlegen, welche Predigen du hältst, musst mehrere Religionsschriften lesen, musst dich vielleicht heute mit Themen der IT-Ethik befassen oder ähnliches, oder er muss die Kirche renovieren lassen. Es ist aber so, wenn du in einer Führungsposition oder Expertenposition bist, und auch wenn du Unternehmer bist, dann ist es klar, dass die Sachen mehr vermischt sind. Wenn du ein normaler Sachbearbeiter bist, der Sachen bearbeitet, legst halt den Griffel hin als Sachbearbeiter. Dann wirst halt einen langweiligen Job haben und arm bleiben. Das muss dir auch klar sein. Und mit arm, da mein ich sowohl geistig als auch finanziell.

DOMINIK: Jetzt - du hast ja auch einige Bücher geschrieben usw. du hast ein Mitteilungsbedürfnis an die Welt, weil sonst würdest du ja das ganze Onlinemarketing auch nicht machen, weil du ja auch eine Botschaft hast. Jetzt wer sind die Leute, die vorwiegend zu dir kommen? Ist das jetzt wirklich jemand der sagt, ich möchte Unternehmer werden oder sind das junge Leute, die sozusagen sagen, soll ich mich jetzt selbstständig machen oder soll ich mich eher irgendwo in einer Firma anstellen lassen? Was wäre denn überhaupt so dein wichtigster Tipp, wenn ich heute, keine Ahnung, ich bin 35, habe einen durchschnittlichen Job, soll ich da aussteigen und soll ich sagen, ok, ich mach’ mich selbstständig, ich mach’ mein Ding. Oder soll ich versuchen, mit dem was mir übrig bleibt, mit meinem Ersparten sozusagen dann mir ein Onlinebusiness zu machen oder soll ich Wohnungen kaufen? Damit die Leute wissen, was mache ich Montagfrüh, ich weiß es kommt darauf an, es kommt darauf an wie viel du zur Verfügung hast, aber jetzt reden wir von einer durchschnittlichen...

GERALD: Jetzt nehmen wir zwei Sachen, du hast ja einerseits angesprochen. Vorher hast du einen Punkt angesprochen, jetzt das zweite, was du machen sollst, wenn du 35 bist und so.

DOMINIK: Ja

GERALD: Nummer 1: es ist sicherlich so, du musst am meisten investieren in deine Weiterbildung. Du musst dich laufend verbessern und überlegen, wo ist meine Leidenschaft, was kann ich gut, was liebe ich? Wo habe ich einen Expertenstatus vielleicht? Was macht mir Freude? Und diese Sachen dann auch am Markt testen und schauen, dass es wirtschaftlich einen Sinn macht was du kannst, wenn du diese 2 Sachen hast. Und dann kannst du dir überlegen. Kannst du neben deinem Job ein Unternehmen aufbauen, machst du’s Fulltime und springst ins kalte Wasser, betätigst du dich mehr als Investor? Es führen viele Wege nach Rom.

DOMINIK: Wie lange würdest du sagen, dauert es um ein Unternehmen aufzubauen? Weil ich glaube die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr tun können und unterschätzen, was sie in 10 Jahren tun können.

GERALD: Also weißt, wenn du wirklich hart arbeitest, an einem Wachstumsmarkt bist und sorgsam wirtschaftest, ein solides Finanzgebaren hast 5-10 Jahre.

DOMINIK: Ganz genau.

GERALD: Und als Unternehmer, das muss dir aber auch klar sein, außer du hast Vermögen aus anderen Quellen oder Einnahmequellen, so wie das bei mir ist, lebst du mal die ersten 5-10 Jahre von der Hand im Mund, denn du kannst nicht einem Unternehmen, was wächst, das was es zum Wachsen brauchst, das Geld, entziehen.Viele machen halt dann auch den Fehler, dass sie dann glauben, jetzt bin ich Unternehmer, jetzt nehme ich mir eine Sekretärin und kaufe mir einen Porsche und alles Mögliche. Startup ist ja heute fast schon ein Lifestyle.

DOMINIK: Richtig, ja.

GERALD: Aber das ist es nicht!

DOMINIK: Jeder ist Entrepreneur.

GERALD: Ja, Unternehmertum, und so nenne ich das auch, das gab es immer, heute sind die Möglichkeiten größer. Ärmel hochkrempeln und de facto du musst wirklich sparsam leben und das Unternehmen zum Wachsen und Gedeihen bringen. Aber es gibt nämlich auch die Möglichkeit, nehmen wir einmal an du bist Lehrer oder Beamter und hast die Genehmigung deines Arbeitgebers wohl gemerkt, dann hast du mehr oder weniger ein Hobby, das du zum Beruf machen kannst, zum Beispiel, wenn du sagst, ich handle mit Wein aschen oder Whiskey oder mit Sneakers oder ich mache irgendwas mit alten Oldtimer oder was auch immer nebenbei oder bin am Wochenende Immobilienmakler. Also es gibt schon Möglichkeiten... oder Barkeeper, was auch immer oder DJ, gibt’s viele Möglichkeiten... oder Programmieren am Wochenende, bei Computerspielen, Software, gibt es viele Möglichkeiten, die teilweise vermeintliche, aber doch zumindest die Planbarkeit eines Angestellteneinkommens kombinieren kannst mit der unternehmerischen Aktivität. Also die Möglichkeiten, nennen wir es mal so, etwas zu tun, sind sehr vielfältig, aber wiederum mit 35 Stunden in der Woche wird es nicht gehen. Möglich ist gar viel, wenn man will.

DOMINIK: Jetzt habe ich noch eine Frage: Pleiten, Pech und Pannen. Also ich habe ja sehr viele exzellente Unternehmer, die zu mir kommen mit beziehungstechnischen Problemen.

GERALD: Ja

DOMINIK: Und ich frage die aber dann auch oft über ihr finanztechnisches Leben, was hat dich erfolgreich gemacht usw. Und die erzählen mir dann selten, „weil ich es immer wusste, weil ich es immer konnte“, sondern sie erzählen mir eigentlichen von den Fehlern aus denen sie gelernt haben. Jetzt ist die Frage an dich, man merkt ja, du bist quasi ein Punk und gleichzeitig ein Nerd, weil du kennst dich aus mit Zahlen, das passt beides, irgendwie schräg, doch irgendwo zusammen und das ist auch irgendwo dein Markenzeichen. Aber man weiß, ich meine du hast etwas auf dem Kasten, keine Frage. Aber hast du trotzdem aber auch Pleiten, Pech und Pannen bei deinen Unternehmen gemacht, ist jemals wirklich etwas danebengegangen aus dem du was gelernt hast und was würdest du jemanden raten, der zum Beispiel jetzt gerade vor einem Aus steht, der eine Pleite gemacht hat, der gerade eben seinen Job verloren hat oder so.

GERALD: Also meine Erfahrung, was das betrifft, muss ich sogar sagen, die meisten Dinge, die ich erlebt habe, waren immer wo es am Anfang oft richtig unangenehm war und Dinge, die halt nicht so funktioniert haben, waren die, wo ich am meisten gelernt habe und wo ich dann die richtigen Weichen gestellt habe für die Zukunft. Also ich kann nur sagen, Failure und Dinge falsch machen und Niederlagen gehören dazu. Um laufend besser zu werden, muss man auch mal die richtigen Entscheidungen treffen. Das einzige was man schauen muss schon, nicht dass man wirtschaftlich solide ist, und dass man keine letalen Dinge hat, nicht ins Gefängnis kommt, nicht auf den Friedhof kommt, nicht - nennen wir es einmal - nicht wirklich pleitegeht. Deswegen ist es eben wichtig, dass man eine solide Finanzgebarung hat.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Das sind dann schon Dinge, die einen dann länger zurück werfen kann, sowohl persönlich als auch wirtschaftlich. Daher ist es sicherlich so, wenn man solide Finanzgebarung hat, und sicherlich auch ein gutes Risikomanagement, dann muss man das halt sehen, es schmerzt und ich jaul auch immer
wie ein geschlagener Hund, aber Expos betrachtet, waren das immer all diese Dinge, wo ich am meisten gejault habe, waren immer die Dinge, wo sich dann die Weichen richtig gestellt haben und dann die besten Dinge daraus entwickelt haben. Fast immer.

DOMINIK: Ok. Das heißt also keine Schulden kaufen, sparen...

GERALD: Nein, Schulden kann man kaufen, Konsumschulden kaufen als Investment würde ich sofort, aber keine Konsumschulden machen.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Niemals Konsumschulden machen

DOMINIK: Ok, also keine Schulden machen.

GERALD: Keine Konsumschulden, wenn du heute eine Anlegerwohnung kaufst

DOMINIK: Dann machst du auch Schulden.

GERALD: Oder wenn du heute sagst, ich habe Medizin studiert und hast eine Arztpraxis zu übernehmen oder als Steuerberater eine Steuerberaterpraxis zu übernehmen, dann kann man schon einen Teil mit Fremdkapital finanzieren, weil es ein Investment ist.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Aber nicht, nennen wir es einmal Konsum, auch nicht hoch volatile Dinge zB: Kryptowährungen nicht aus Schulden kaufen oder irgendwelche spekulativen Aktien, dann musst du ein Trottel sein.

DOMINIK: Ok, und in etwas investieren, wo du dich auskennst, vorher Wissen erlangen und dich darauf einstellen, dass du lange Zeit sehr viel Arbeiten wirst müssen um dort damit wohin zu gelangen. Pleiten und Pech und Pannen hinnehmen und aus Fehlern lernen. Jetzt habe ich noch eine Frage, du hast vorhin noch gesagt, „mach keine letalen Fehler“, also etwas, wo du ins Gefängnis kommst.

GERALD: Oder eben wirtschaftlich Bankrott gehen.

DOMINIK: Genau, jetzt habe ich eine Frage.
Ich habe einmal gehört, man sollte die Regeln kennen, um zu wissen, wann man sie bricht. Wenn ich mich dich so anschaue auch mit dieser Punkgeschichte, du bist ja eigentlich dann auch irgendwo so ein bisschen ein Regelbrecher. Also gegen den Strom schwimmen, ich glaube, wenn du das tust, was alle tun, kannst du nicht erfolgreich werden.

GERALD: Ja, aber das ist...

DOMINIK: Wie schaut es aus damit?

GERALD: Jetzt ist die Frage, Regel brechen, ich bin auch jemand, ich halte mich beim Verkehr auch nicht an die Verkehrsregeln, nie.

DOMINIK: Du kannst dir die Straftickets leisten.

GERALD: Ja, in letzter Zeit sind die zwar geringer geworden aber trotz allem... nur auf der anderen Seite, ich bin nicht dumm. Wenn jetzt Schnee auf der Straße liegt, fahre ich keine 150 km/h und beispielsweise, ich hatte einmal einen, nennen wir es mal, bin ich sehr schnell gefahren, hinter mir ein BMW M3, und ich bin Aston Martin gefahren, also durchaus deutlich schneller als die Polizei erlaubt und den Sitten von Österreich. Dann sind wir im Wechsel gefahren, da war Regen und wir sind beide mit 90 km/h gefahren, da hast du gewusst, der andere versteht etwas davon, ja, vom Autofahren, weil wenn man mit den engen Kurven mit so einem Heckantriebsauto, wenn man das zu schnell fahrt, dann ist man halt draußen. So ist dasselbe, man muss und sollte sich auch nicht an alle Regeln halten, die dumm sind. Aber man darf eben keine letalen Dinge machen. Genauso mit dem Autofahren nicht, wenn du zu schnell fährst, in der Nässe, dann bist du tot, dann bist nit.

DOMINIK: Was glaubst du sind so die Regeln oder die Gesetze, wo Leute Angst haben sie zu brechen. Also ich meine eher so, was habe ich gelernt in der Schule, was eigentlich völlig falsch ist, wenn du reich werden möchtest.

GERALD: Nein, die ganzen gesellschaftlichen Normen, ja, kauf’ dein Eigenheim, wir werden halt der Durchschnitt und ähnliches. Das sind genau die Sachen, die den Leuten gelehrt wird. Das ist genau der größte Blödsinn.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Am Ende muss man eben gegen den Strom schwimmen und Dinge machen, die wirtschaftlichen Sinn machen und eben nicht die sechs Finanzirrtümer, die ich immer wieder beschrieben habe. Die letzten zwei waren die Scheidung und die Unwissenheit über die digitale Ökonomie.

DOMINIK: Ja, die Scheidung, okay, das haben wir schon besprochen. Wenn du da einen Fehler machst, das kann sehr, sehr viel kosten und deinem Vermögen auch. Was ist die digitale, was hast du gesagt?

GERALD: Unwissenheit über die digitale Ökonomie. Wenn du das nicht verstehst, wirst du in 10 Jahren keinen Job mehr finden.

DOMINIK: Das heißt du musst in dem Bereich auch da sein, vorhanden sein.

GERALD: Mehr als vorhanden sein. Du musst dich auskennen.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Heute, wenn du heute Programmierer bist oder dich mit, nennen wir es mal “Machine learning” auskennst oder mit Blockchainprogrammierung oder künstlicher Intelligenz oder Data Science oder IT-Ethik usw... kannst am Arbeitsmarkt Geld drucken. IT Security...kriegst du, 50-100, 200.000 Gage. Wennst richtig gut bist 500.000 als Angestellter. Ich meine, das sind einfach Fähigkeiten, die einfach wenige Leute haben, die irrsinnig oft gebraucht werden und Angebot und Nachfrage gibt es auch am Arbeitsmarkt.

DOMINIK: Ja, das stimmt, weil das Internet steckt ja noch in den Kinderschuhen, ja. Es ist ja praktisch so, dass das iPhone ist 10 Jahre alt und ich pack oft nicht die Ignoranz, die die Leute diesem Medium gegenüber haben und sagen, das ist eine Sache, aber nicht wirklich in die Tiefe gehen.

GERALD: Die Leute haben eine Ignoranz gegen sämtliche, nennen wir es einmal, rationale Dinge. Die Leute haben eine Ignoranz gegenüber der Mathematik. Die Mathematik kann man auch nicht verändern. Man muss mehr einnehmen als man ausgibt, man muss halt seine Schulden bezahlen können, und die ganzen IT-Sachen haben auch mit logischem Denken zu tun. Nicht alles, aber sehr viel. Wenn die Mathematik in der Schule immer abgelehnt wurde und wirtschaftliches Denken auch. Die ganzen Programmiersachen, auch für wenige Nerds, nennen wir es einmal, reserviert wird, interessiert sich halt der Mainstream nicht dafür. Der Mainstream interessiert sich für Design, ich gebe zu, ich habe kein Verständnis wirklich für was das schön ist. Da muss ich jemanden beauftragen. Weil es mir Wurst ist.

DOMINIK: Ok.

GERALD: Bei ein paar Sachen wie Autos, ok. Aber ich verstehe nicht viel davon. Und die meisten Leute investieren halt irrsinnig viel Zeit, ich gebe dir einmal ein Beispiel. Bei einer Immobilienveranstaltung, habe ich Leute gefragt, „wie viel investiert ihr in Bad und Küche?“. Die Leute haben so gesagt „Naja, 20.000“. „Leute, und wie nanziert ihr das?“ „Bank nanziert es.“ „Leute, ich muss euch gestehen, dazu bin ich zu arm, das kann ich mir schlicht und einfach nicht leisten.“ Dann sagen sie, „Die Ehefrauen sagen: Schatzi, wir brauchen eine schöne Küche.“ Ich habe gesagt, „Noch einmal, Leute, ich bin leider dazu zu arm.“ Das ist nur ein Unterschied, das sind etwa so 210 Badezimmer und 160 Küchen in meiner Bilanz. Das ist der Unterschied. Aber bei mir ist das Limit bei 5.000 für Badezimmer oder 6.000 und 3.000 für Küche. Mehr darf es halt nicht kosten.

DOMINIK: Also sparsam sein und dann sozusagen für langfristigen Erfolg kurzfristig dir auch etwas verwehren und zu sagen, ok, auf das verzichte ich jetzt, weil langfristig kann ich mir sozusagen mehr leisten. Ist ein Konzept?

GERALD: Ja und halt wirtschaftlich vernünftig agieren und sich weiterbilden und die digitalen Trends verstehen. Was du schon hast, was die meisten Leuten halt, wo ich sicherlich sage, das ist so, wenn du heute wahnsinnig beru ich erfolgreich sein willst und sehr vermögend sein willst, ist es klar, dass du privat Abstriche machen musst. Das ist logisch, weil wenn du sagt, ich möchte 70-80 Stunden arbeiten und du musst das, um das zu erreichen, gleichzeitig willst du aber eine Beziehung führen, die erfüllt ist und wo die Freundin und der Freund sehr viel Zeit dafür braucht.

DOMINIK: Wird sich nicht ausgehen.

GERALD: Wird das, könnte das sehr schwierig werden.

DOMINIK: Oder du brauchst die richtige Freundin, die da mitmacht und die auch nanziellen Erfolg halt.

GERALD: Natürlich, so etwas gibt es schon auch, aber ich sage einmal so, die Wahrscheinlichkeiten sprechen halt zwangsläu g dagegen.

DOMINIK: Schon klar.

GERALD: Am Dating-Markt ist es eben so, dass Leute, die Mathematik und Geld verdienen und ähnliches lieben und digitale Ökonomie nicht wirklich so häu g zu nden sind. Wenn er sagt, ich bin Investmentbanker...

DOMINIK: Vielleicht bringen wir dich noch einmal erfolgreich unter die Haube, vielleicht reden wir einmal darüber.

GERALD: Also ich sage einmal so, es haben viele Leute gewettet, dass ich mich verlieben werde. Bis jetzt haben alle die Wette verloren und habe gesagt, ich werde vorher schon Uniprogramme anbieten, ich werde vorher, ich meine mal, Dezimillionär sein, also über 10 Millionen Nettovermögen. Ich werde vorher Kind haben. Ich werde vorher Elektroauto fahren, also in alle Sachen, die schon eingetreten sind. Aber ich habe mich noch immer nicht verliebt.

DOMINIK: Das ist vielleicht auch kein Ziel von dir.

GERALD: Die Leute, also damals, wie ich gesagt habe, ich möchte meine eigene Uni haben, eine eigene Akademie oder irgendwie ein Kind haben, da hat niemand daran geglaubt.

DOMINIK: Dass du es schaffst, okay.

GERALD: Oder dass es passiert.

DOMINIK: Ja klar.

GERALD: Dass ich es schaff, wenn ich mir etwas vorstelle, glauben inzwischen schon recht viele, wenn ich mir etwas in den Kopf setze. Nur Tatsache ist, sagen wir einmal so, wenn du jetzt am Datingmarkt gehst, sagen wir so, wenn du sagst, ich bin Investmentbanker, Immobilienhai oder Immobilieninvestor...

DOMINIK: Da wird es schon ein paar Frauen geben, die sich dafür interessieren.

GERALD: Naja, sagen wir mal so nur die, die dein Geld wollen, nachher sagst, ich habe Mathematik studiert, Statistik unterrichtet, habe noch ein Onlinebusiness, wo ich Geld verdiene und digitale Ökonomie lehre, schreibe Bücher, bin an einem Buchverlag beteiligt und biete universitäre Lehrgänge an...

DOMINIK: Und hab’ am Tag genau 5 Minuten Zeit für dich. GERALD: Und die musst du mit der Sekretärin ausmachen, weil meine Sekretärin koordiniert den Termin, dann bekreuzigen sich die meisten Leute und sagen „Hilfe“

DOMINIK: Okay, abschließend, wenn du die Silver Bullet, den einen Tipp, das worauf du auf jeden Fall achten solltest bei deinen Finanzen, gibt es noch irgendetwas, wo du sagst, das ist jetzt so das Silver Bullet, die wichtigste Regel oder der Top Tipp Nummer 1, den du geben würdest?

GERALD: Also Top Tipp ist es keiner, aber es ist sicherlich so, dass man so klassische Werte. Ich sage immer, du musst ehrlich sein, du musst Handschlagqualität haben, du musst gewisse Bodenständigkeit bewahren. Also ich sage einmal so, ich befürworte vollkommen digitale Ökonomie, dort wächst alles exponentiell, aber die klassischen Werte, ich sage immer, musst du kombinieren; Eine langfristige unternehmerische Vision, um wirklich etwas Geiles zu machen, und die wirtschaftlichen Gebarungen einer schwäbischen Hausfrau oder einer Schweizer Bank.

DOMINIK: Ich verstehe.

GERALD: Und wenn Du die beiden Sachen kombinierst, wirst du zumindest aus wirtschaftlicher Sicht und
meiner Meinung nach auch persönlicher, beruflicher Sicht, sehr erfolgreich sein, und auch zufrieden sein. Das heißt aber, ich bin vielleicht auch für viele Leute ein Beispiel für sehr große Unternehmer, dass eben beru iche Erfüllung nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit privater Erfüllung und dass sehr oft Unternehmer, die sehr große berufliche Erfüllung gefunden haben und wirklich Weltbewegendes bewegt haben, oft privat das nicht hatten.

DOMINIK: Aber Geld alleine macht nicht unglücklich.

GERALD: Sagen wir einmal so, ich sage immer auf einer Million schläft man gut.

DOMINIK: Ja, ok.

GERALD: Aber, was schon der Fall ist und das möchte ich auch dazu sagen, Geld macht nur dann glücklich, wenn man es richtig einsetzt. Man kann Geld dazu verwenden um es zu verschwenden und verprassen und verkoksen, oder um damit etwas aufzubauen. Man kann ein Gewehr kaufen oder Waffenfabrik oder man kann eine Schule bauen.

DOMINIK: Ich glaube Geld vergrößert, wer du bist. Also Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern es zeigt, welchen du hast.

GERALD: Ja, aber manchmal verändert das auch zum Negativen, leider. Es ist sicherlich so,
wenn man nicht die entsprechende Bildung hat und entsprechende Disziplin. Das ist sicherlich etwas, da muss man schon aufpassen. Geld kann man zu positiven Dingen machen, für sich selbst und für Andere, aber man kann auch sehr viel Blödsinn damit anrichten.

DOMINIK: Stimmt.

GERALD: Deswegen muss man sicherlich darauf vorbereitet sein und das lernen, auch wie man mit Geld umgeht, dass Verantwortung darüber mit eingeht und man damit selbst etwas Gescheites damit macht, dann bringt das sehr viel Zufriedenheit. Wohlgemerkt nicht unbedingt private Zufriedenheit, weil man doch immer wieder die Angst, dass einem jemand etwas wegnehmen will, aber zumindest persönliche und berufliche und auch natürlich gesellschaftlichen Respekt. Jemand, der halt etwas Positives bewirkt, nicht vom Koksen und vom Saufen und vom Bootsbauen, bekommt man keinen Respekt. Da lachen die Leute immer darüber. Aber wenn man Dinge macht, die legendär sind, etwas Positives bewirkt, das kann in vielen Bereichen sein. Das kann Umweltschutz sein, karitativ, Ausbildung, Gesundheitssystem, unternehmerisch, was auch immer das ist, Wissenschaft, dann kriegt man Respekt.

DOMINIK: Du betonst oft so diesen privaten Respekt, letzte Frage, ich meine du machst dein Ding, du machst offensichtlich bietest du der Welt einen Mehrwert, weil du bringst anderen Leuten bei wie man mit Geld umgeht, du hast gute Tipps für alle, die sie hören wollen und vor allem für die, die es umsetzen wollen. Weil hören alleine ist zu wenig, du musst auch etwas tun. Working works, wie gesagt, gut dass du das bestätigt hast. Folge deiner Leidenschaft, mach’ etwas, wo du dich auskennst, investiere und mach dir keine Schulden, zumindest keine Konsumschulden, haben wir gehört. Letzte Frage, du weißt all das, du machst all das, du setzt all das um, letzte Frage: Bist du glücklich?

GERALD: Ja.

DOMINIK: Also du wirkst...

GERALD: Also sagen wir einmal so, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Sagen wir einmal so, also mit dem was ich mache, es erfüllt mich und ich habe eine große Freude damit.

DOMINIK: Bist du immer noch hungrig?

GERALD: Ja. Mehr hungrig denn je. Ich sage immer, tja, mein Ziel ist es noch immer, zu meinem 100. Geburtstag auf der Titelseite auf der Financial Times steht „Crazy Austrian investment banker and university founder, Investmentpunk celebrates 100th birthday with a multibillion dollar deal“.

DOMINIK: Sehr gut.

GERALD: Das ist das zum 100. Geburtstag.

DOMINIK: Das wünschen wir dir und danken dir vielmals, ich danke dir vielmals für das Interview.

GERALD: Bin ja gespannt, ob ich mich davor verlieb. Das ist weniger wahrscheinlich.

DOMINIK: Also, wenn jetzt irgendjemand den Gerald hier sieht, der sich gerade in ihn verliebt hat
und sagt, ich würde gerne, bitte bei mir melden. Schreibt’s Kommentare darunter.

GERALD: ...und willst eine Provision haben für die Vermittlung...

DOMINIK: Ich kriege dann eine Provision. Danke dir vielmals, danke.

GERALD: In diesem Sinne, alles Gute Leute, alles Gute, Ciao, Ba-Ba, Servus, danke.