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Lust auf Sex in der Beziehung: Wie geht man mit unterschiedlichen Bedürfnissen um?

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Er will am liebsten zweimal am Tag mit seiner Partnerin schlafen, sie ist mit viermal pro Woche zufrieden.  Warum dieses Ungleichgewicht besteht und was Paare tun können, um trotzdem ein dauerhaft glückliches und erfülltes Liebesleben zu haben.

Hormone bestimmen unsere Lust auf Sex

Sex ist im Grunde gar nicht so sexy. Oder anders ausgedrückt: Sex ist reine Chemie. Hinter dem magischen Feuerwerk der Gefühle steckt ein fein abgestimmter Cocktail dutzender chemischer Körpersignale. Perfekt wie ein Schweizer Uhrenwerk arbeiten Hormone, Nerven und Drüsen zusammen, um Sex zu einem Rausch zu machen. Das erwähne ich deshalb direkt zu Beginn, weil diese Erkenntnis bereits einen großen Teil des Geheimnisses hinter der Lust auf Sex löst.

Der wichtigste Sexualtreiber ist das Geschlechtshormon Testosteron. Es zirkuliert sowohl durch den männlichen als auch durch den weiblichen Körper, allerdings haben die Herren davon deutlich mehr im Blut. Ihr Organismus geht geradezu verschwenderisch mit dem Sexualhormon um. Einer amerikanischen Studie zufolge kann bereits ein kurzes Gespräch mit einer attraktiven Frau bei Männern für eine Testosteronexplosion sorgen. Kurzum: Ein chemischer Botenstoff ist verantwortlich dafür, dass ER in den meisten Partnerschaften mehr Lust auf Sex hat als SIE. 

Nur am Rande will in diesem Zusammenhang erwähnt sein, dass es nicht ohne Grund „heterosexuell” heißt. Das Präfix „hetero” stammt aus dem Griechischen und bedeutet „anders” oder “verschieden”. Männer und Frauen sind unterschiedlich, eben auch in sexueller Hinsicht. Punkt.

Mein erster grundlegender Tipp: Akzeptiert, dass es ganz natürlich ist, gerade als heterosexuelles Paar, verschiedene (sexuelle) Bedürfnisse zu haben. Und macht euch bewusst, was rein anatomisch hinter eurem gegensätzlichen Sexualtrieb steckt, – nämlich ein Ungleichgewicht der Hormone. Nicht mehr, nicht weniger. Niemand von euch ist deshalb falsch.

Erst die Bewertung macht sexuelle Unlust zum Problem

„Ich habe heute keine Lust auf Sex.” Autsch! Sieben Worte, die wohl jedes Ego tausend Tode sterben lassen. Egal, ob Mann oder Frau – wer in der Hoffnung auf einen sexuellen Rausch eine solche verbale Abfuhr einstecken muss, kommt erst mal ins Straucheln. Habe ich etwas falsch gemacht? Bin ich etwa nicht attraktiv genug? Gibt es eine:n andere:n? Liebt er oder sie mich nicht mehr? Und genau darin liegt das Problem – nicht etwa in dem „Nein“, sondern in der Bewertung dieser Aussage. Darin, was der:die Adressat:in aus ihr macht. 

Dabei ist die Ausgangslage eigentlich ganz simpel: „Du willst weniger Sex als ich.“ Würde der oder die Verschmähte an dieser Stelle einfach aufhören, weiter zu grübeln und den Abend entspannt auf der Couch ausklingen lassen, wäre die Sache vom Tisch. Das geschieht erfahrungsgemäß aber äußerst selten. Stattdessen geht das Gedankenkarussel los: „Du willst weniger Sex als ich. Und das muss bedeuten, dass…“. Sobald wir eine Aussage bewerten, beginnt der Ärger. Die meisten Paare, die zu mir ins Coaching kommen, sind bereits einen Schritt weiter: Ihr Ärger hat sich in Verachtung oder Rückzug verwandelt. Laut Paarforscher John Gottman zwei von vier „apokalyptischen Reitern“, die fast unweigerlich das Ende einer Beziehung voraussagen. 

Mein zweiter Tipp: Wollt ihr unterschiedlich häufig Sex, nehmt dies erst mal nur wahr. „Ah, so ist das also.“ So schwer es fallen mag, versucht die Situation nicht zu bewerten beziehungsweise auf euch zu beziehen. Und tut ihr es dennoch, nehmt auch eure Deutung bewusst wahr. Sie kann euch unter anderem viel über nicht bearbeitete Themen aus eurer Herkunftsfamilie verraten. 

Wenn du mehr dazu wissen und dich in deinen Beziehungen bilden und entwickeln willst, buche gerne ein kostenloses Erstgespräch, in dem wir uns deine Herkunftsprobleme einmal ganz genau anschauen und konkrete Schritte entwickeln, die deine inneren Blockaden lösen.

Wer nicht über Sex sprechen kann, sollte keinen haben

Sexuelle Lust oder Unlust in der Beziehung erscheint den meisten Paaren als geradezu unüberwindbare Hürde. Das erlebe ich im Gespräch mit meinen Klient:innen immer wieder. Dabei lässt sich meiner Erfahrung nach die vermeintliche Komplexität auf ein zentrales Problem zusammenschrumpfen: Schweigen. Verschlossenheit ist einer der schlechtesten Ratgeber, wenn es darum geht, Beziehungsprobleme zu lösen.

Autor und Beziehungs-Vlogger Tom Bilyeu trifft es in einem seiner YouTube-Videos auf den Punkt: „You shouldn't have sex if you can't talk about it.“ Du solltest keinen Sex haben, wenn du nicht darüber sprechen kannst. Die Angst zu verletzen oder verletzt zu werden und die Unsicherheit, prüde oder oberflächlich zu wirken, stehen euch im Weg, wenn ihr einen gemeinsamen Nenner in eurem Liebesleben finden wollt. Sie machen, dass eure Hemmungen wachsen und die Distanz zwischen euch größer wird. Heimlich Pornos zu schauen, ist nicht die Lösung. Offen anzusprechen, dass dir sexuell etwas fehlt, was du mit Pornos zu kompensieren versuchst, und gemeinsam einen Kompromiss zu finden, hingegen schon. Um ein erfülltes Sexleben zu kreieren, in dem beide Partner:innen auf ihre Kosten kommen, bedarf es einer klaren, verletzlichen Sprache. Sie ist der Schlüssel zu echter Intimität und langfristiger Leidenschaft. 

Mein dritter Tipp: Reden, reden, reden, – auch wenn es schwerfällt und etwas Mut erfordert. Nehmt euch regelmäßig Zeit füreinander und sprecht ganz offen über Bedürfnisse, Zweifel und Wünsche im und außerhalb des Schlafzimmers. Aber ohne Druck und in einem angenehmen Setting! Am besten funktionieren Sexgespräche wie diese im Urlaub oder an einem freien Wochenende, das ihr mit lauter schönen Dingen füllt, die euch gemeinsam Freude bereiten, wie einem Dinner bei Kerzenschein, sportlichen Aktivitäten oder Wellness.  

Lust auf Sex: Fazit 

Sex in der Beziehung ist nichts, was man tut oder eben nicht tut. Wir von SozialDynamik verstehen Sex als einen Ort, den Paare gemeinsam aufsuchen, um einander zu erleben, – bestenfalls auf Augenhöhe und frei von jeglichen Grenzen wie Scham oder gesellschaftlichen Tabus. Der beste Umgang mit unterschiedlicher Lust auf Sex ist, diese zum Teil hormonell verursachte Gegensätzlichkeit ohne Wertung anzunehmen. Und, viel wichtiger, darüber zu sprechen. Du solltest niemals Angst haben, mehr Sex zu wollen als dein:e Partner:in und danach zu fragen. Und du solltest niemals Angst haben, weniger Sex zu wollen als dein:e Partner:in und das zu sagen. Genau darin liegt das Geheimnis für ein langfristig glückliches und erfülltes Liebesleben. 

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Apropos - Lust auf Sex in der Beziehung: Wie geht man mit unterschiedlichen Bedürfnissen um?

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