Psychologische Tricks für Attraktivität - Was wirkt anziehend?

Dominik Borde Samstag, 1. April 2017 Beiträge 0 Kommentare

Wer Single und auf der Suche nach einem Partner ist, wird überschwemmt von guten bis absurden Tipps um attraktiver zu wirken: Selbsthilfebücher zum Thema Anziehung füllen ganze Regalwände, Schönheitschirurgen, werben für kleinere oder größere Eingriffe und eine ganze Industrie verdient am Wunsch attraktiv zu sein Millionen. Was jedoch tatsächlich die wichtigsten Faktoren für Attraktivität sind, hat die psychologische Wissenschaft schon lange herausgefunden.

Nähe macht anziehend

Einer der Hauptfaktoren für Anziehung zwischen zwei Menschen ist Nähe. Experimente des Massachusetts Institute of Technology for Psychology haben erhoben wie weit voneinander entfernt Studenten in ihrem Studentenheim lebten oder wie nah beisammen sie im Unterricht saßen. Diese Werte verglichen sie dann damit, welche Freundschaften und Beziehungen sich geformt haben. Das Ergebnis: Wer näher zusammen gewohnt hat oder nebeneinander saß hatte eine vielfach höhere Wahrscheinlichkeit eine Freundschaft oder sogar eine Beziehung zu führen.

Nicht nur die bloße Wahrscheinlichkeit eher in Gesprächen zu landen und regelmäßigen Kontakt zu haben, sagt diesen Effekt voraus. Psychologische Forschung weiß, dass Dinge die wir regelmäßig sehen uns per se attraktiver vorkommen. Dieser Effekt wird unter anderem auch in sich wiederholenden Werbungen genutzt. Modefarben, Schönheitsideale, Sommerhits usw. können bewusst durch Wiederholung geprägt werden.

ACHTUNG! Wenn dich jemand offenbar nicht leiden kann, hilft es auch nicht demjenigen immer und immer wieder auf die gleiche Art und Weise zu begegnen, stattdessen ändere deine Taktik.

Ähnlichkeiten wirken anziehend

Die Mehrheit der Studien zum Thema spricht aber klar für die „Homogenitätshypothese“, wir mögen, wer ist, wie wir sind oder so ist wie wir gerne wären! Wer ähnliche Werte, Persönlichkeit, Erfahrungen und Interessen vorweisen kann, fühlt sich miteinander wohler und führt eher eine erfolgreiche Beziehung – beziehungsweise beginnt überhaupt erst eine. Ganz wichtig ist hierbei zu betonen, dass es keine Rolle spielt, wie ähnlich man sich tatsächlich ist, der entscheidende Faktor ist wie ähnlich man glaubt sich zu sein.

Ähnlichkeitseffekte gibt es übrigens auch bezogen auf das Aussehen. Forscher haben herausgefunden, dass nicht nur Attraktivität optisch eine Rolle spielt, sondern auch Ähnlichkeit im Aussehen ein wichtiger Faktor ist. So setzen sich in einem Raum Menschen mit ähnlicher Haarfarbe oder auch Kleidung oder Accessoires wie Brillen wahrscheinlicher nebeneinander, reden eher miteinander und finden sich wahrscheinlicher sympathisch.

Wie der Herr so´s Gscherr

In einem Experiment gaben Teilnehmer einem Foto von sich selbst, dass in eine Version des anderen Geschlechts gemorpht wurde, neben vielen anderen Fotos, meist ein sehr hohes Ranking. Tatsächlich finden wir Gesichter, die uns ähneln, also schöner. Das erklärt warum viele Hundebesitzer einen vierbeinigen Freund wählen, der Ihnen im Wesen und Aussehen ähnelt ;)

Gleich und Gleich gesellt sich gern oder Gegensätze ziehen sich an? Beides stimmt! Gemeinsamkeiten sorgen für Harmonie, Gegensätze für Spannung.

Hat „Gegensätze ziehen sich an“ als Idiom somit ausgedient? Mitnichten, denn während wir bei langfristigen Beziehungsplänen vor allem einen ähnlichen Partner bevorzugen, so suchen wir bei Erlebnissen wie One-Night-Stands und kurzen Affären, bei denen es um Spannung und Neuland geht, bewusst nach Andersartigkeit.

Ecken, Kanten und Kurven machen attraktiv

Dadurch kommen wir auch schon zum dritten und vermutlich zum am häufigst überbewerteten Faktor für Anziehung: Schönheit und körperliche Attraktivität. Was auf den ersten Blick gut aussieht und was als optisch attraktiv wahrgenommen wird, ist erstaunlich einheitlich: Ein symmetrisches Gesicht, reine Haut, sportliche Figur, bei Frauen eine schmale Taille und große Augen, bei Männern ein dominantes Kinn und ein trainierter Körper. Viele dieser Faktoren sind evolutionär festgelegt, weil sie Fitness und Gebärfreudigkeit versprechen. Doch einige Schönheitsideale sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich.

Fest steht jedoch: Strahlende Schönheit mit mangelndem Selbstwert (und davon gibt es eine Menge) hat beim Flirten und bei der Partnerwahl gegen durchschnittliches Aussehen mit hohem Selbstwert und charismatischem Auftreten keine Chance!

Starke Anziehung durch Halo Effekt

Der sogenannte Halo Effekt besagt, dass Menschen dazu neigen von einer positiven Eigenschaft auch auf andere zu schließen. Der Halo-Effekt von english halo, Heiligenschein ist eine aus der Sozialpsychologie bekannte gedankliche Verzerrung die darin besteht, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen. Wenn zum Beispiel Person A Sympathie für Person B empfindet und generell Menschen sympathisch findet, die freigiebig sind, wird Person A annehmen, dass Person B freigiebig ist, ohne dafür irgendeinen konkreten Beweis zu haben.

Wir mögen wer uns mag

Schon alleine zu wissen, dass uns jemand besonders wertschätzt und an uns interessiert ist, erhöht unser umgekehrtes Interesse. In einer Studie hat bloßer, ständiger Augenkontakt, sich zum anderen hinzu beugen im Gespräch, sowie aufmerksames Zuhören wiederholt dazu geführt, dass die Person als attraktiv wahrgenommen wurde, selbst wenn im Gespräch unterschiedliche Meinungen vertreten wurden. Egal ob die Zeichen verbal oder nonverbal sind, ein Prädiktor dafür, wie sehr wir jemanden mögen ist das Ausmaß inwieweit wir glauben, dass diese Person uns mag.

Menschen sind gerne mit Menschen in deren Gegenwart sie sich wohl fühlen mit sich selbst. Je wohler ich mich fühle in Gegenwart eines Gegenübers, desto lieber werde ich mit ihm Zeit verbringen.

Wie stark ist dieser Effekt? In einem Experiment wurden nach verschiedenen Gesichtern eine geometrische Form gezeigt auf die die Teilnehmer möglichst schnell verschieden reagieren mussten. Bei besonderer Schönheit des Gesichts waren sie abgelenkt und brauchten etwas länger für ihre Aufgabe. Die einzigen, die diesem Effekt entgehen konnten, waren die, die sich vorstellen sollten, jemand, in den sie verliebt sind, hätte ebenfalls Interesse. Wenn unsere Aufmerksamkeit jederzeit von jedem schönen Gesicht angezogen fühlen würde, hätten wir nie die Chance eine bestimmte Interaktion in etwas Wertvolles und Langfristiges zu verwandeln. In das Strahlen von interessierten Augen von Männern und Frauen zu blicken zieht uns magisch an. Kaum etwas ist eine bessere Vorraussetzung um jemanden attraktiv finden, als zu wissen, dass die Person von uns angezogen ist.

ACHTUNG! Vorschnelle Begeisterung und unkritische Bewunderung ohne wenn und aber, wirken nicht anziehend, sondern bedürftig und killen deine Attraktivität auf jedes Gegenüber.

Studien: Romantic Mood Induction and Attraction to a Dissimilar Other: Is Love blind? Joel A. Gold, Richard M. Ryckman and Norman R. Mosley

‘Similarity breeds liking’ revisited: The moderating role of commitment David M. Amodio New York University Carolin J. Showers University of Oklahoma

Does similarity always lead to attraction? Quantitative research synthesis of the similarity effect. R. Matthew Montoya University of North Carolina at Chapel Hill Robert S. Horton Wabash College Jeffrey Kirchner University of North Carolina at Chapel Hill

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